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Da geht noch was.

by Müller, Bernd 7 December 2011 in Roadstories GmbH

Im vergangenen Jahr hatte ich bereits zweimal die seltene Gelegenheit, einige Protoypen des brandneuen Roding zu bewegen.

Wer meine Liebe zu leichten, sportlichen und präzise zu dirigierenden Kraft-Fahrzeugen kennt, der kann ermessen, wie viel Spaß mir die Testfahrten in dem agilen Mittelmotor-Roadster gemacht haben. Vor allem, wenn ich die bisherigen Eckdaten ins Gedächtnis zurück hole: Carbonfaserverstärkter Monocoque plus Vorder- und Hinterwagen in Aluminium Spaceframe Bauweise addieren sich zu niedrigen 950 kg, die von einem 305 PS starken 5-Zylinder-Turbotriebwerk aus dem Ford RS rasend schnell ans obere Ende der Fahrspaßskala katapultiert werden. Das resultierende Leistungsgewicht von adrenalinfördernden 2,79 kg/PS kann sich auf Hochleistungsbremsen sowie ein mehrfach einstellbares Fahrwerk verlassen, das direkt aus dem Rennsport stammt und durch ein ungewöhnlich präzises und direktes Handling glänzt.

Wie gesagt, bei diesen Eckdaten handelt es sich um bisherige. Denn, so die visionären Jung-Konstrukteure schon damals: Da geht noch was!

Und es ging noch was. Auch wenn die Erinnerung an die eindrucksvollen Demonstrationen auf Sachsenring und abgesperrtem Flugplatz noch erstaunlich detailreich aus meinem sensorischen Nervensystem abzurufen sind: Wenn ich mich das nächste Mal in die Vierpunktgurte des leichten Mittelmotor-Roadsters einfädle, werde ich ihn wohl kaum wieder erkennen.

Das liegt nicht nur an den frisch gestärkten inneren Werten, sondern auch an reinen Äußerlichkeiten: Die kontrovers diskutierte Form des Prototypen wurde zwischenzeitlich deutlich entschärft und dürfte nun auch neue Freunde unter den Sportwagen-Liebhabern finden, denen die Radikalität des ersten Entwurfs etwas zu –na, sagen wir mal: herausfordernd- erschien. Spektakulär, so die mit ungebrochenem Enthusiasmus agierenden Inhaber der Sportwagenschmiede, wäre für das modifizierte Design aber auch weiterhin ein absolut treffender Ausdruck. Ein eigenes und wie immer nicht ganz objektives Urteil erlaube ich mir erst beim kommenden Besuch in Roding, dem oberpfälzischen Städtchen, das sowohl Namensgeber als auch Standort der jungen Sportwagen-Manufaktur ist. Ach ja, eine Anmerkung für Frischluft-Fanatiker: Das Konzept des Cabrio-Roadsters mit zwei abnehm- und verstaubaren Dachhälften wurde dankenswerterweise beibehalten.

Kommen wir aber nun zu den modifizierten inneren Werten.

Dass die Bayerischen Motoren Werke ihre Ansprüche an emotional berührende Motorisierungen nun ebenfalls downsizen und die seidigen Sechszylinder Triebwerk für Triebwerk durch hubraumreduzierte Alltags-Vierzylinder ersetzen, findet seit geraumer Zeit einen zornigen Widerhall in diversen Automobilforen. Umso bemerkenswerter, dass BMW in den vergangenen Monaten seinen berühmten turbogeladenen Reihensechszylinder ganz offiziell auf die spezifischen Anforderungen des Roding Mittelmotor-Roadsters abgestimmt hat, wo er in Zukunft quereingebaut und auf kürzestem Weg drehmomentstarke 320 PS an die differentialgesperrte Hinterachse schicken wird.

Seine ersten rennmäßig gefahrenen Belastungstests auf der Nordschleife hat das Vorserienfahrzeug bereits mit Bravour bestanden. Noch ein paar Feinjustierungen, das Tarnkleid von der Karosserie gezupft und ab geht’s nach Genf, wo der neue Ring-Kämpfer auf der kommenden Automobilmesse seine offizielle Weltpremiere feiern wird.

Wer seine Neugier nicht zügeln und bis zum Frühjahr warten kann oder will, dem sei ein Besuch des Roding in Roding ans Herz gelegt.

Bei mir liegt er da schon.

http://www.roding-automobile.de/

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Einsatzfahrzeug.

by Müller, Bernd 12 July 2011 in Roadstories GmbH

Natürlich sind Michael und Maximilian Stoschek nicht die einzigen, die ihren Traum vom Traumauto über viele Jahre mit hohem zeitlichen und finanziellen Aufwand realisiert haben. Aber sie zählen mit Sicherheit zu den ganz, ganz wenigen Enthusiasten, die diese wertvolle Pretiose dann nicht sauber poliert in die Garage stellen, sondern sie genau dahin pilotieren, wo ein Sportwagen vom Schlage eines New Stratos auch hingehört: in den Grenzbereich.

Auf der Rally Isla Mallorca waren die beiden Stoscheks in ihrem Vorausfahrzeug dermassen schnell unterwegs, dass ihnen mitten in der Nacht in einer engen Rechtskurve die Strasse ausging und sie ihren New Stratos mit lädierter Front abstellen mussten.

Das konnte die stolzen New Stratos-Besitzer aber nicht davon abhalten, bereits den nächsten Einsatz als Vorausfahrzeug zu planen. Kaum aus der italienischen Werkstatt zurück, wurde der schnelle Keil in die nächste Prüfung geschickt. Auf der AvD Sachsen-Rallye präsentierte sich der New Stratos zwischen den beiden Wertungsprüfungen 3 und 6 erneut einer begeisterten Zuschauermenge, und diesmal steuerte der Ex-Europameister im historischen Rallyefahren den Nachfolger des legendären Lancia Stratos unbeschadet und in gekonntem Drift durch die Schikanen.

Dass ein so teueres Einzelstück wie der New Stratos auf schnellen und schwierigen Wertungsprüfungen immer wieder zeigen darf, was er kann, und das trotz des hohen Risikos, das diese Sportveranstaltungen zwangsläufig in sich bergen, dazu kann ich nur eins sagen:

Respekt.

Der Film zur Premiere.

by Müller, Bernd 13 December 2010 in Roadstories GmbH

Roadstories für New Stratos

Ab und zu schneiden wir aus dem Material, das wir für den Anfang nächsten Jahres geplanten Film über New Stratos drehen, ein paar kleine Bewegtbild-Häppchen für die offizielle Website.

Das kurze Video da oben entstand am 29. und 30.November während der zweitägigen Premieren-Feier in Le Castellet. Der nette ältere Herr, der relativ oft am und im New Stratos zu sehen ist, heisst übrigens Bernard Darniche und ist der erfolgreichste Lancia Stratos Rallyefahrer aller Zeiten. Einen Extra-Beifall verdient in diesem Zusammenhang, dass er laut eigener Aussage auf dem extrem kurvenreichen Weg zu seinen 41 Rallyesiegen nicht einen einzigen dieser keilförmigen Ikonen verschrottet hat.

Keinen einzigen. Kaum zu glauben.

Back to the future (revisited).

by Müller, Bernd 6 December 2010 in Roadstories GmbH

Natürlich ist so ein ganz persönliches Resümee ziemlich subjektiv, aber dennoch: Es waren zwei grandiose Tage auf dem Circuit Paul Ricard.

Einer objektiven Betrachtung hält diese Aussage wahrscheinlich ebenfalls stand. Ich vermute nämlich, die meisten Teilnehmer/innen der offiziellen New Stratos Präsentation würden ihr vorbehaltlos zustimmen. Denn Motorsport-Journalisten aus aller Welt, Designer, Ingenieure, Renn- und Rallyefahrer wurden am Montag und Dienstag vergangener Woche vom New Stratos blitzschnell in den Bann und dann hinaus auf die Rennstrecke gezogen.

Ich werde versuchen das, was es dort zu erleben gab, kurz in Worte zu fassen. Gut, relativ kurz - denn eigentlich könnte ich allein über diese zwei Tage ein ganzes Buch schreiben. Titelvorschlag: The car is the star.

Kaum angekommen, durfte sich jeder motorsportbegeisterte Gast fünf Runden lang auf dem Beifahrersitz den erstaunlich hohen Beschleunigungskräften aussetzen, die entweder von Michael und Maximilian Stoschek oder Tiago Monteiro am Steuer des New Stratos produziert wurden. Danach konnte, wer wollte, die Plätze wechseln, wurde mit Hilfe eines 6-Punkt-Gurtes im Rennschalensitz der Fahrerseite fixiert und durfte sich nun seinerseits in weniger als 60 Millisekunden sequentiell durch die Gänge schnalzen. Was auch - Kompliment! - die meisten New Stratos Novizen mit Gefühl und Können rundenlang bravourös meisterten. Zur spürbaren Erleichterung seiner Besitzer verließ der schnelle Keil nicht ein einziges Mal unplanmäßig die asphaltierte Umlaufbahn. Was nicht nur auf fahrerisches Geschick, sondern auch auf ein perfekt ausbalanciertes Fahrwerk schließen läßt.

Bernard Darniche, graumelierter Grandseigneur des Rallyesports und mit unglaublichen 41 Siegen erfolgreichster Lancia Stratos Fahrer aller Zeiten, konnte es ebenfalls kaum abwarten, den modernen Nachfolger um den mit engen Kurven reich bestückten Kurs zu jagen. Vielleicht kam es mir nur so vor, aber hinterher leuchteten seine Augen wie 1979 nach seinem legendären Rallye Monte Carlo-Sieg - ein Sieg, der im Laufe des Abends auf zwei riesigen Monitoren in großformatigen Filmbildern noch einmal nacherlebt werden konnte. Total begeistert wäre er, strahlte der mehrfache französische und europäische Rallyemeister seinen jungen Kollegen Tiago an, wie der neue das Fahrverhalten des historischen Stratos in die heutige Zeit transportiert... einfach wunderbar! Und was für ein Spaß es sei, ihn mitten hinein in den Grenzbereich zu fahren. Wie in alten Zeiten! Dann lächelte er uns alle an und wischte sich ein paar imaginäre Tränen der Rührung aus den Augen.

Wie es sich anfühlt, wenn man den New Stratos fast pausenlos im Grenzbereich bewegt, zu diesem Thema konnte Tiago Monteiro eine Menge beisteuern - schließlich war der WTCC-Pilot maßgeblich an der Abstimmung des Fahrwerks beteiligt: „Der New Stratos ist absolut neutral abgestimmt", erklärte er den Journalisten. "Das heißt, ich bewege ihn mit leichtem Untersteuern in die Kurve hinein und wechsle dann mit kontrolliertem Gaseinsatz ins Übersteuern. Rallyefahrern liegt naturgemäß das Übersteuern mehr; hier brauche ich die Kurve nur etwas schneller anzufahren, etwas härter anzubremsen, schon krallen sich die Vorderreifen in den Asphalt und das Heck kommt leicht kontrollierbar nach außen.... easy“. Einstimmiges Nicken, den alle hatten bereits am Nachmittag versucht, das vorausfahrende Pace Car auszutricksen, in dem sie sich auf den Geraden unauffällig zurückfallen ließen, um dann jede Kurve mit beschleunigtem Tempo anfahren zu können. Erklärtes Ziel: das Stratos-Heck zum eleganten Hüftschwung zu bewegen.

Nach den Vorträgen über Historie, Design und Technik des New Stratos wurde bis spät in die Nacht diskutiert und debattiert: über Beschleunigungswerte und Bremsleistung, über Leichtbau und die Perfektion der Verarbeitung, über den extrem kleidsamen Alitalia-Dress des Mock-ups vor dem Hotel, die scheinbar unvergängliche Liebe zu einer Ikone des Sportwagenbaus und natürlich über die Leidenschaft, die die Initiatoren dieses Mammutprojekts antreibt, der Vergangenheit des Lancia Stratos eine neue Zukunft zu geben. Nicht wenige Journalisten hofften, dass sich genügend kaufkräftige Interessenten finden werden, um eine mögliche Kleinserie aufzulegen. An Themen fehlte es jedenfalls nie, so daß die Superbenzingespräche trotz der späten Stunde einfach kein Ende nehmen wollten. So gesehen, waren die zwei Tage eigentlich viel zu knapp bemessen.

Genau wie dieser Blogeintrag. Doch wer sich für den ersten offiziellen Auftritt des New Stratos interessiert, der findet ausführliche Fahr- und Erfahrungsberichte in den aktuellen Online-Ausgaben von Top Gear bis AutoBild. In den nächsten Tagen werden ein paar Eindrücke von der Präsentation auf der offiziellen Website erscheinen, und ein kurzer Film wird dort ebenfalls zu sehen sein:

http://www.new-stratos.com

Besuch in Maranello

by Müller, Bernd 24 November 2010 in Roadstories GmbH

Roadstories ist für das Event, den Film, das Buch und die Website des New Stratos

verantwortlich.

Bisher haben nur eine Handvoll Glücklicher den neuen Stratos bewegen können. Fast alle Fahrer hatten Rennsporterfahrung, und fast alle fuhren ihn auf einer abgesperrten Rennstrecke. Und alle fuhren ihn sehr, sehr zügig.

Das war am vergangenen Donnerstag nicht anders, und doch war diese Testfahrt eine ganz besondere. Ferrari-Chef Luca di Montezemolo ist bereits seit längerer Zeit mit dem Projekt vertraut und hatte um eine Probefahrt gebeten, sobald der New Stratos fertig ist.

Natürlich ist es für die Ferrari-Spitze interessant, einen Sportwagen probezufahren, der zwar auf dem aktuellen F 430 Scuderia basiert, aber um einiges kürzer, leichter und stärker ist.

So kam es, dass kurz nach zehn Uhr morgens der New Stratos mit dem Ferrari-Chef am Steuer auf die Rennstrecke in Fiorano röhrte. Anerkennendes Nicken im Team, denn es waren durchaus schnelle Runden, die der ehemalige Leiter der Rennsportabteilung Scuderia Ferrari auf den Asphalt legte. Und als er schließlich der flachen Flunder wieder entstieg, strahlte Luca di Montezemolo übers ganze Gesicht: „Bellissima!“ und „Congratulazioni!“ hörte man gleich mehrmals.

Minuten später saß ein ebenso hoch interessierter Dario Benuzzi im Rennschalensitz und zurrte die Hosenträgergurte fest. Dario ist der Cheftester von Ferrari und nicht nur unter den Testfahrern dieser Welt eine Lichtgestalt.

Seine 40 Jahre Erfahrung bei der Abstimmung von Ferrari GT- und Rennsportwagen zeigen sich dann auch schon beim Anbremsen der ersten Schikane. Wieder Vollgas, noch zwei, drei weitere, extrem schnell angefahrene Kurven, und prompt hatte die Testfahrerlegende einen wertvollen Tipp parat: Eine kleine Änderung der Vorspur an der Hinterrädern würde eine leichte Unruhe der Hinterachse beim Einlenken aus hohen Geschwindigkeiten verhindern. Ein Hinweis, der bereits zur Präsentation auf dem Circuit Paul Ricard am kommenden Wochenende umgesetzt wird.

Es waren anregende Stunden in Maranello. Nach den Testfahrten kühlte der New Stratos im Mittelpunkt hitziger Diskussionen ab, und auch Roberto Fedeli, der Technische Direktor von Ferrari, hatte sich nach einem Anruf von Luca di Monetezemolo zu der kleinen Gruppe von Sportwagen-Enthusiasten gesellt und inpizierte den schnellen Keil ebenfalls bis ins letzte Detail. Für mich ist es einfach immer wieder toll zu beobachten, mit welcher Begeisterung und welchem Herzblut sich die Sportwagen-Aficionados mit diesem One-Off-Sportwagen auseinandersetzen, und so ganz nebenbei bekommt man auch immer neue und immer tiefere Einblicke in die benzingeschwängerte Seele von Mensch und Maschine.

Bleibt noch anzumerken, dass Luca di Montezemolo dem neuen Stratos per Lackstift ein Autogramm unter die flache Haube zeichnete, bevor er sich von ihm verabschiedete. Ich sehe das mal als eine Art automobilen Ritterschlag an....

Die wenigen verbleibenden Tage vor der Präsentation auf dem Circuit Paul Ricard werden für das ganze Team noch einmal ziemlich hektisch. Aber sobald ich aus Le Castellet zurück bin, werde ich etwas ausführlicher über die offizielle Vorstellung des New Stratos berichten können.

Bebilderte Informationen von der Testfahrt in Fiorano finden sich hier:

http://www.new-stratos.com/de/#/article/a9

Schnelle Tage in Balocco.

by Müller, Bernd 4 October 2010 in Roadstories GmbH

 

Aus dem Filmmaterial, dass wir für das Projekt New Stratos sammeln, haben wir zwei kurze Impressionen von Teststrecke in Balocco und dem Windkanal von Pininfarina geschnitten. Zu sehen sind beide auf www.new-stratos.com

Keine Zeit für einen Zwischenstopp in Portugal.

Tiago Monteiro kommt direkt von der Rennstrecke auf die Rennstrecke, ein strahlendes Lächeln im Gesicht und den Pokal vom Gewinn des zweiten WTCC-Laufs in Valencia im Handgepäck. Der ehemalige Formel 1-Fahrer ist maßgeblich an der Fahrwerks-Abstimmung des New Stratos beteiligt, und es ist die reine Freude, ihm bei der Arbeit zuzusehen. Runde um Runde fliegt er an der improvisierten Box vorbei, mal mit Matthias Mohr auf dem Beifahrersitz, dem Versuchsingenieur von ZF Sachs, mal mit Michael Stoschek, Initiator des Projekts, mal alleine. Unterschiedliche Dämpferkennungen werden probiert, härtere Federn montiert, es wird geschraubt und vermessen und getestet und diskutiert und wieder geschraubt. Dann sitzt Michael Stoschek am Steuer, Tiago schnallt sich auf dem Beifahrersitz an. Wieder fliegt der New Stratos vorbei, wieder kommt er nach ein paar schnellen Runden an die Box. Eindrücke aus der Sicht eines Europameisters im historischen Rallyefahren werden mit denen eines Rundstrecken-Experten abgeglichen; das gesamte Team hat sich um den leise vor sich hinknisternden Stratos versammelt. Dann geht das Spiel von vorne los. Stunde um Stunde wird leidenschaftlich diskutiert und vermessen und geschraubt und getestet, bis am Ende des langen Tages der New Stratos so perfekt auf der Strasse liegt wie nie zuvor.

Und nicht nur Tiago Monteiro strahlt.

Für manche Vistenkarten benötigt man eine Sportfahrerlizenz.

by Müller, Bernd 21 August 2010 in Roadstories GmbH

Es gibt Vistenkarten, die kennen nicht viel mehr als Namen und Anschrift ihrer Besitzer, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Arbeitsplatz und Webseite.

Unsere kennen sich sogar mit Querbeschleunigung, Längsdynamik, Torsionssteifigkeit, Spur- und Sturzeinstellung, Torque Vectoring, Massenträgheit um die Hochachse und optimierter Bremsperformance aus.

Dass unsere brandneuen kleinen Informationsträger ganze Roadstories erzählen können, verdanken wir den Designern von Meyer, Miller, Smith. Die kennen sich nicht nur bestens mit Personal and Corporate Identities aus, sondern haben sich auch ganz offensichtlich von unseren vorherrschenden Gesprächsthemen inspirieren lassen.

http://www.meyermillersmith.com/Work/Roadstories-Logo/

Gerüchteküche: Ab sofort geschlossen.

by Müller, Bernd 14 August 2010 in Roadstories GmbH

(Der Neue steht dahinter.)

 

Wie das so ist: Irgend jemand macht auf einer Teststrecke ein paar Fotos, die er nicht machen sollte, schickt sie an ein paar Autoblogs, an die er sie nicht schicken sollte, und schon fängt die Gerüchteküche an zu brodeln. Weltweit und wochenlang wurde über einen neuen Stratos spekuliert, diskutiert, fehlinformiert.

Was ich dabei am interessantesten fand war, wie lebendig diese automobile Legende nach 40 Jahren noch ist, wie leidenschaftlich über einen möglichen Nachfolger debattiert wird. Ich bin also nicht der einzige, der davon überzeugt ist, dass der Lancia Stratos eines der extremsten, emotionalsten und faszinierendsten Autos der Welt war und ist. Ein agressiver Siegertyp, der mit einem einzigen Heckschwung mehr Sex-Appeal verströmt und Podiumsplätze erobert hat als andere Rennsportgeräte in ihrem ganzen Sonderprüfungsleben. Und der eine moderne Intepretation seiner Form und Funktion absolut verdient hat.

Heute haben wir die offizielle Website des New Stratos online geschaltet, und schon wird es still in der Gerüchteküche, verebbt das Fauchen und Zischen der Blogger-Öfen, verziehen sich die dichten Wortschwaden. Weniger interessant wird es Rallyegottseidank aber nicht:

http://www.new-stratos.com

Für einige Kreativschaffende werden die kommenden Wochen und Monate sogar ganz besonders spannend:

Nach der Website muss die Präsentation auf dem Circuit Paul Ricard auf die Räder gestellt, mit den ersten Highspeed-Aufnahmen zum New Stratos Film begonnen und das neue Buch zum neuen Auto an den Start gebracht werden.

Aber vielleicht sind das alles nur Gerüchte.

Die Wiedergeburt einer Legende.

by Müller, Bernd 3 August 2010 in Roadstories GmbH

Typisch.

Man arbeitet an einem Projekt, von dem man so begeistert ist, dass man am liebsten der gesamten Autowelt permanent Bericht erstatten würde, aber über dessen Fortschreiten absolutes Stillschweigen vereinbart wurde.

Und dann tauchen im Internet die ersten Fotos auf. Dieses wurde offensichtlich auf dem Fiat/Ferrari/Lancia-Testgelände in Balocco geschossen. Die Verwandschaft zum legendären Lancia Stratos HF ist unübersehbar, und die Autoren des Artikels haben auch ein paar Informationen über dieses Projekt ausgegraben.

Mehr schreibe ich lieber auch nicht, sonst ärgert sich unser Auftraggeber. Aber wenn ich in ein paar Wochen offiziell darf, dann wird ein etwas detaillierterer, umfangreicherer und auch fotografisch besser dokumentierter Artikel folgen. Bis dahin:

http://www.italiaspeed.it/

Ende einer Dienstfahrt.

by Müller, Bernd 15 July 2010 in Roadstories GmbH

Foto: Daniela Haug

Um einen ansprechenden Rahmen für die Präsentation eines neuen Modells zu schaffen, werden einige Automobilhersteller richtig kreativ; und das schreibe ich in diesem Zusammenhang ohne jede Spur von Sarkasmus.

In der vergangenen Woche habe ich am Ende einer langen Testfahrt in einem Hotel in Maastricht übernachten dürfen, dass ich unbedingt als Tipp für den Design-interessierten Reisenden weitergeben möchte. Selbst wenn man zufällig in der Nähe von Maastricht weilt und nur eine kleine stilvolle Kaffeepause im Mittelschiff der gotischen Klosterkirche einlegen möchte, lohnt sich die Einkehr in das 1438 erbaute Ordenshaus des Kreuzherrenordens.

Näheres zum Kruisherenhotel in Maastricht unter diesem Link:
http://www.chateauhotels.nl/default.aspx?sc=7&taal=de

Grosses Kino: Roding und der Ring der Sachsen.

by Müller, Bernd 17 June 2010 in Roadstories GmbH

Foto: Daniela Haug

Die Einladung kam per E-Mail, und sie lautete: Ob ich nicht Lust hätte, den Prototypen des neuen Roding auf dem Sachsenring probezufahren.

Den neuen Roding?

Bislang war ich der festen Überzeugung, so ziemlich jeden Hersteller des automobilen Universums namentlich zu kennen. Aber Roding? Dahinter vermutet man weniger eine bislang unbekannte Sportwagen-Manufaktur als -na, sagen wir mal:- eine Provinzstadt im oberbayerischen Wald.

Ich google: Roding ist eine Provinzstadt im oberbayerischen Wald. In Roding wird der Roding gebaut.

Nun sind Namen, wie der Volksmund so schön sagt, ohnehin Schall und Rauch, und an Roding kann man sich duchaus gewöhnen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass seine Wiege auch in Wipperfürth oder Wanne-Eickel hätte stehen können („Ich fahre einen Wanne-Eickel“).

Der visuelle Erstkontakt findet ebenfalls im Internet statt, und ich würde lügen, wenn ich behaupte, es wäre Liebe auf den ersten Klick. Massenkompatible Ästhetik sieht anders aus. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich es durchaus begrüße, wenn Design polarisiert. Auch wenn ich es zunächst als gewöhnungsbedürftig, irritierend oder gar verstörend empfinde, eines kann ich polarisierendem Design nicht vorwerfen: langweilig zu sein.

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Kontaktsperre serienmäßig.

by Müller, Bernd 7 June 2010 in Roadstories GmbH

Foto: Bernd Müller

 

Gehört zwar gerade nicht zum Thema, aber: Ist Schwarz eigentlich schon wieder das neue Weiss? Oder war Weiss noch nie das neue Schwarz, wie die Autohersteller uns glauben machen wollten?

Im existentialistisch-schwarzen Einreiher, das glänzend schwarze Haar akkurat geschnitten und sorgfältig zurückgegelt, begleitet mich der höfliche Porsche-Mitarbeiter, der mich früh morgens am Flughafen Stuttgart erwartet, zu einem basaltschwarzen Panamera S.

Wenige Minuten später brabbeln wir niedertourig auf der gewohnt überfüllten Autobahn in Richtung Zuffenhausen. Ehrlich gesagt, ich bin kein großer Freund des Panamera; auch nach einer ausführlichen Gewöhnungsphase steht die Verballhornung der klassischen 911er Form einer wohlwollenden Annäherung meinerseits noch immer störrisch im Weg. Hat man aber erstmal in diesem adipösen Athletiker Platz genommen, verlieren formale Äußerlichkeiten an Bedeutung. Geborgen in einer adaptiv-gedämpften Landschaft aus Luxus und Leder, genieße ich die kurze Fahrt ins Porsche Hauptquartier.

Sogar in einem Porsche und selbst als Beifahrer fällt mir auf, wie sehr mich die Konstruktionsprinzipien eines modernen Automobils von der Außenwelt zu distanzieren vermögen. An diesem wolkenverhangenen Morgen, eingekeilt in eine unaufhörliche Flut von drängelnden Lemmingen, die sich gleich von der Autobahn herunter in die umliegenden Werkshallen und Großraumüros stürzen werden, empfinde ich diese Distanz als durchaus angenehm.

Trotzdem.

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Does the Internet Kill the Car?

by Müller, Bernd 29 May 2010 in Roadstories GmbH

Wann, wo und mit wem dieses Gespräch statt gefunden hat, weiss ich leider nicht mehr im Detail. Ich bin jedoch ziemlich sicher, das es a) im Rahmen irgendeiner Neuvorstellung irgendeiner neuen Modellvariante irgendeines Automobilherstellers stattfand, und dass es b) ein Professor für Automobildesign war, der mir die folgende persönliche Beobachtung nahe gebracht hat. Eine Beobachtung, die mir einfach nicht aus dem Kopf geht.

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Jeder Mensch liebt eine gute Geschichte. Gute Geschichten informieren, faszinieren, involvieren. Roadstories erzählt solche Geschichten: Über Unternehmen, über Produkte, über Ideen. Im Film, im Print, im Internet, auf Ausstellungen und Events.

Roadstories sind Bernd Müller und Jürgen Heinisch. Der eine ist Regisseur und Texter, der andere ist Produzent, und beide kümmern sich persönlich um jedes einzelne Projekt. Unterstützt werden sie dabei von einem ganzen Netzwerk befreundeter Spezialisten, mit denen sie schon seit vielen Jahren sehr erfolgreich zusammen arbeiten. Und obwohl man den beiden nachsagt,  sie hätten mehr Benzin als Blut im Blut, betreuen sie mit ihren Projekten nicht nur Unternehmen aus dem Bereich Auto und Mobilität. 

 Aber das ist eine der wenigen Geschichten, die ihre Kunden, Arbeiten und Awards viel besser erzählen können.

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